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von http://futterblog.weberphilipp.de/mull-hat-einen-namen-nespresso/

„Das ist unser Model Latissima in der Farbe Mysterious Black. Mit abnehmbaren Milchbehälter, 1,2l Wassertank und verstellbarer Auffangschale für Latte Macchiato Gläser!“ Jetzt bin ich doch in ein Verkaufsgespräch geraten. Vor mir steht ein adretter Anzugträger mit öligem Haar und einem siegesgewissen Lächeln. Eigentlich wollte ich mir den Laden ja nur angucken. Ich bin nämlich zufällig an einem Nespresso Laden vorbeigekommen. Nespresso. Das ist der Kaffee, den auch George Clooney schlürft. Habe ich „Laden“ gesagt? Entschuldigung, Nespresso Boutique! Ich möchte fast sagen Nespresso Tempel. Die Räumlichkeiten hier gleichen eher einem Juweliergeschäft. Wohin man schaut: Tropenholz, Edelmetall und Palmen. Es gibt sogar zwei Mitarbeiterinnen, die dem Kunden die Tür aufhalten. Offensichtlich wandert hier stündlich Kaffee im Wert von mehreren Millionen über die Ladentheke. Überall stapeln sich die metallisch glänzenden Nespressokapseln wie Goldbarren in Fort Knox, Wahnsinn! Es ist Montag um 10 Uhr früh, und es ist alles gerammelt voll. Moment, ich bin ja der einzige Kunde!? Der Rest ist Personal… Acht Angestellte verteilt auf vier Kassen. Drei an der Nespresso Café-Bar. Zwei vor dem Nespresso Club Room. Zwei in dem Nespresso Club Room. Und acht Personen an der Nespresso Discovery Wall. Geil, oder? Discovery Wall – genau da stehe ich. Denn da ist ein Regal mit Kaffeemaschinen. Aber hier wird ja nicht irgendein Kaffee verkauft. Hier steht die Luxusflotte der weltweit operierenden koffeinhaltigen Heißgetränke. Hier wird Kaffee nicht verkauft, sondern in Form des modernsten Designs angebetet. Die ganze Aufmachung hat etwas Sakrales. Haben Sie gewusst, dass man Mitglied beim Nespresso Club sein muss, bevor man den Kaffee über das Internet bestellen darf? Vielleicht muss ich mir Nespresso eher als eine Art Religionsgemeinschaft vorstellen? Wie Scientology? Wo man sich in der Hierarchie langsam hoch trinken muss: Vom einfachen Kaffee-Adepten über den Hüter des heiligen Zuckerlöffels bis ihn zum Hohepriester der Entkoffeinierung.

Der Verkäufer rezitiert die Angebots-Palette in Form einer italienischen Arie: „Wir haben drei Lungo-Sorten: Fortissio Lungo, Vivalto lungo und Finezzo Lungo. Und zehn 10 Espressi: Arpeggio, Roma, Livanto, Capriccio, Volluto, Cosi, Indriya, Rosabaya, Dulsao und Ristretto.“ Ich stutzte: „Was der Kaffee heißt Rosetto? Das klingt aber nicht so lecker!“ Der Mann verbessert mich geduldig. „Ristretto! Einer der beliebtesten Grands Crus“. Er sagt lässig Grands Crus wie ein Sommelier, der Jahrzehnte in Bordeaux gekellnert hat. Ich antworte: „Super, haben Sie auch einen schönen Schonkaffee Spätlese aus dem Rheingau? Oder ein 1974er Mokka de Pomerol?“ Ich schaue in sein ausdruckloses Gesicht, diesen Witz hat er nicht verstanden.

Nestlé kam als erster auf die Idee mit dem portionierten Kaffee – in den Achtzigern. Da war aber die Zeit noch nicht reif, es regierten die Ökos. Wenn da ein Schweizer Großkonzern einen Laden mit Teakholz-Theke in Deutschland aufgemacht hätte, wäre er von Umweltaktivisten in die Luft gesprengt worden. Heute ist das Geschäft mit den Kapseln ein Milliardengeschäft. Klar, portionierter Kaffee passt super in unseren modernen Lifestyle: Der kurze Coffee-Shot für den trendigen Großstadt-Single zwischen Business Meeting und After-Work-Party. Nespresso hat den Kaffee aus dem Joch des Kaffeekränzchens befreit, wo er eingekerkert in Rosenthal-Tassen auf Spitzendeckchen unter dem Gekeife von Krampfadern geplagten alten Schachteln ein kümmerliches Dasein fristete. Ich frage den Verkäufer, was so eine Stange mit Kapseln kostet. „10 Kapseln ungefähr 3,50 Euro!“ Ich überschlage im Kopf: Das heißt also 35 Cent pro Stück. Bei circa 6 Gramm Kaffee pro Kapsel. Das sind… Ich rufe begeistert aus: „Krass, das sind ja nur 60 Euro pro Kilo Kaffee!“ Er strahlt mich an. Ironie versteht er auch nicht.

Sind die Jungs irre? Für 60 Euro bekomme ich wilden, handverlesen Dschungel-Kaffee mit Öko-Premium-Siegel, der so fair gehandelt wurde, dass ein äthiopischer Kaffeesammler seine Kinder in Berlin Theaterwissenschaften studieren lassen kann. Doch eines interessiert mich noch, und ich wende mich dem Verkäufer erneut zu: „Diese Aluminiumkapseln – muss das wirklich sein?“ Ich erheische ein kurzes nervöses Zucken über der linken Augenbraue des Verkäufers. Er meint vorsichtig: „Aluminium ist das beste Material für die Aufbewahrung natürlicher Aromen!“ Ich antworte energisch: „Schon, aber laut eigenen Angaben von Nespresso werden derzeit 12300 Nespresso-Espressi pro Minute getrunken. Bei verarbeiteten 1,1 Gramm Aluminium pro Kapsel, kommt man damit auf 13,5 Kilo in der Minute, 811 Kilo in der Stunde und 19 Tonnen am Tag. Man schätzt jährlich entstehen durch Nespresso ca. 6000 Tonnen Metallabfall. Das entspricht einem Schrotthaufen, der entsteht, wenn man den Eifelturm zersägt!“ Er sieht mich fassungslos an. Rechnen ist offensichtlich ebenfalls nicht seine Stärke.

Ich habe gelesen, zur Gewinnung von 1 Tonne Primäraluminium werden 13000kWh Strom und 57m³ Wasser gebraucht. Dabei fallen jährlich Millionen Tonnen von Rotschlamm an. Das war das Zeug, das im Jahr 2010 in Ungarn die Flüsse vergiftete und Millionen Fische zur Strecke brachte. Ich schaue ihn scharf an: „Offensichtlich kann man von Ihrem Kaffee doch genug bekommen.“ Die Stimme des Verkäufers bekommt einen leicht weinerlichen Unterton: „Aber Aluminium ist ein Stoff, der unendlich oft recycelt werden kann.“ Jetzt werde ich langsam sauer: Diesen Spruch hat er aus der ausliegenden Nespresso Broschüre mit dem fantastischen Titel „Ecolaboration“. Das Wort passt auch zu der ganzen Aufmachung des Ladens, denn auf Englisch hört sich selbst der größte Blödsinn irgendwie total schick an. Ich rufe laut: „Unendlich oft recycelbar? Warum nicht gleich: Aluminium steht für totale Rückführung von Altmetall unter Aufbringung übermenschlicher Anstrengungen in den Schoß der Volksgemeinschaft. Außerdem werden beim Recycling von Aluminium pro Tonne auch immerhin 1300 kWh und 1,7m³ Wasser verbraucht. Und das ist angesichts der Tatsache, dass normale Maschinen überhaupt kein Aluminium zum Kochen von Kaffee benötigen, doch relativ viel – oder etwa nicht? Kein Grund auf Saubermann zu machen. Man pinkelt auch nicht in den Garten vom Nachbarn und erklärt diesem, wie glücklich er sich schätzen kann, dass Sie heute schon Stuhlgang hatten, verstehen Sie?“ Tut er nicht. Metaphern als Stilmittel waren bei seiner Mitarbeiterschulung offensichtlich nicht auf dem Plan.

Und es wird noch besser: Nespresso verspricht, bis 2013 die Menge an recyceltem Aluminium zur Produktion ihrer Kapseln auf 75% zu verdreifachen. Das heißt also, bisher werden gerade mal 25% recyceltes Aluminium verarbeitet. Nespresso verwendet für seine Kapseln also einen Stoff, der zwar unendlich gut zu recyceln ist, aber eben nur nicht von Nespresso. O.k., ich gebe zu, ich habe mich auf dieses Gespräch etwas vorbereitet. Die Stimme meines Gegenübers beginnt zu zittern: „Aber wir sind dem Dualen System angeschlossen“. Ja, Wahnsinn, das klingt als sei der gesamte Konzern geschlossen bei Greenpeace eingetreten. Also, das Zeug soll einfach in den gelben Sack gekloppt werden. Das ist natürlich ein visionäres Umweltkonzept. In vielen Städten, wie hier in München, gibt es keine gelben Säcke. Außer die Landesregierung hat sich eine schwere Hepatitis zugezogen!“ Was er mit dem Wort Hepatitis im letzten Satz anfangen kann, können Sie sich sicher denken.

Klar, man kann das Aluminium auch in einen Sammelcontainer oder zum Wertstoffhof bringen. Das erscheint mir irre realistisch. Gerade hat eine grell geschminkte Dame mittleren Alters ihren Mercedes SLK trotz absolutem Halteverbot vor dem Geschäft geparkt und stöckelt in dunkelbraunen Pelz gehüllt ins Geschäft. Unter Wertstoffhof versteht die wahrscheinlich den Ort, wo sie ihre Diamanten gekauft bekommt, wenn ihr Göttergatte mal wieder die Chefsekretärin gebumst hat. Frauen dieses Kalibers werden erst dann einen Sammelcontainer besuchen, wenn Gucci die passenden Taschen für leere Prosecco-Flaschen erfunden hat. Müll zu produzieren gehört für Menschen dieses Standes zum Privileg ihrer gesellschaftlichen Stellung. Meine Stimme bekommt einen scharfen inquisitorischen Unterton: „Und was passiert mit dem Kaffee?“ Schweiß perlt langsam von der Stirn meines Gegenübers wie Kondenswasser vom Metallgehäuse einer Lattissima Chrome mit einklappbarem Abtropfgitter. Jetzt hat er Angst. Er weiß, noch ein falsche Antwort, und ich versohle ihm vor allen Mitarbeitern den nackten Hintern mit einer Stange Nespresso-Kapseln. Er nuschelt zaghaft: „Der wird bei der Aluminium-Aufarbeitung verbrannt.“

Ich brülle: „Und das ist ja genau das, was man mit Biomüll tun sollte, nicht wahr? In den gelben Sack und dann einfach abfackeln! Klar, der Himmel hält ja die größten Platz-Ressourcen für unseren Lifestyle-Abfall bereit. Die Millionen Tonnen von Kaffee müssen ja irgendwie zurück in die Herkunftsländer. Da eignet sich am Besten der Kohlendioxid-Transfer über die Luft. Und mit der aufgeheizten Atmosphäre können wir dann unseren Café Crema warmhalten, was?“ Der Verkäufer bricht zusammen, wälzt sich vor mir auf den Boden und heult: „Was wollen Sie von mir hören? Natürlich verkaufen wir überteuerten Kaffee. Natürlich ist die beste Form der Aufbewahrung von Kaffee die Bohne selbst. Natürlich bietet die Kombination von Siebmaschine mit einer Kaffeemühle den frischesten Genuss mit der höchsten Wahlfreiheit. Natürlich können auch Nespresso Kunden auf aluminiumfreie Alternativ-Systeme umsteigen. Mein Gott, es gibt sogar Kapseln, die wiederverwertbar sind. Nur stellen wir diese Dinger halt nicht her!“ Weißer Geifer umrahmt seinen Mund wie frischer Milchschaum. „Gut, mehr wollte ich ja nicht wissen!“, sage ich freundlich. Diese Lektion hat er offensichtlich gelernt. Er tut mir fast ein bisschen leid. Doch was soll ich machen?

It’s a dirty job, but someone’s gotta do it!

Deutschland hat die letzten Monate und auch schon davor gezeigt, was für ein hilfsbereites und warmherziges Land es ist, und dass uns die Menschen unabhängig von Hautfarbe und Herkunft wichtig sind.

Gerade deshalb ist es notwendig, nicht diejenigen zu vergessen, die eben nicht flüchten, die zu Hause bleiben, wie z.B. die Kleinsten.
Weihnachten im Schuhkarton nimmt sich insbesondere jener Kinder an, die aus besonders ärmlichen Verhältnissen kommen,  die ohne Eltern aufwachsen müssen, denen in Ihrem ganzen Leben niemals echte Wertschätzung entgegengebracht wurde, den Straßen- und Waisenkindern, die noch niemals auf der Sonnenseite des Lebens stehen durften.

Das christliche Werk Geschenke der Hoffnung (wozu Weihnachten im Schuhkarton gehört) geht dieses Jahr in die 20. Saison. Seit 10 Jahren unterstützen meine Frau Claudia und ich diese Aktion, indem wir Päckchen für diese Kinder auf die Reise bringen.
Da es im näheren Umkreis von Kirchehrenbach keinerlei Annahme- oder Sammelstellen gibt, haben meine Frau und ich uns entschlossen, in Kirchehrenbach eine Sammelstelle zu eröffnen und konnten in unserer Gemeinde und den Nachbargemeinden Gewerbetreibende von der Idee begeistern und als Annahmestelle gewinnen.

Wie es genau funktioniert können Sie hier online nachlesen, bzw. in einem der Flyer, die wir in den Annahmestellen ausgelegt haben.
Kurz erklärt: Schuhkarton (optimaler Weise Herrenkarton Gr. 41) innen und außen mit Weihnachtspapier ausschlagen und bekleben (Deckel und Schachtel), Geschenke hineinlegen, verschließen (am besten mit einem Gummiband, bitte nicht zukleben), Aufkleber (Mädchen/Junge, Alter) anbringen und an der Annahmestellen/Sammelstelle zusammen mit einer kleinen Geldspende abgeben.

Der Annahmeschluss fällt dieses Jahr auf den 15. November, bis dahin sollte Ihr Päckchen in einer der Annahmestellen oder unserer Sammelstelle abgegeben worden sein, der Inhalt muss durch uns nach den gültigen zoll-rechtlichen Bestimmungen geprüft werden, wird dann verschlossen und in Transportkartons verpackt und durch eine Spedition abgeholt und gelangt so in die entsprechenden Länder, wo Partner (Jugendämtern, Sozialdiensten und Kirchengemeinden ) von Weihnachten im Schuhkarton diese Päckchen vor Ort an die bedürftigen Kinder verteilen. Die Bilder von leuchtenden Augen und freudigen Kindern auf der Homepage von Weihnachten im Schuhkarton beweisen es uns – den Packern – jedes Jahr und es ist schön zu wissen, dass die Päckchen so viel Freude bereiten.
Die Geldspende in Höhe von 6€ ist notwendig, um die Geschenke der Hoffnung in die Länder zu transportieren. Zum Vergleich das Verschicken eines Paketes über die Post in die Republik Moldau würde knapp 25€ kosten.
Bitte halten Sie sich unbedingt an die Packliste (erlaubt/nicht erlaubt), es wäre schade, wenn wir Inhalte aus den Paketen herausnehmen müssten, weil Sie den zoll-rechtlichen Bestimmungen nicht genügen.
Der überwiegende Teil der Päckchen aus dem Raum Oberfranken geht in die Republik Moldau, eines der ärmsten Länder in Europa. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Es ist das Land der „vergessenen“ Kinder, da viele Eltern im Ausland eine Arbeit suchen, manchmal auch neue Familien gründen und ihre Kinder zurücklassen.
Viele belächeln sicherlich das oben beschriebene Gummiband zum Verschließen, was viele nicht wissen, dieser kleine liebevoll verzierte Karton ist u.U. das einzige wertvolle Geschenk, das diese Kinder jemals erhalten werden, viele von Ihnen heben diese Box jahrelang auf und verwenden sie als „Schatzkiste“ oder „Zeitkapsel“.

Neben unserer zentralen Sammelstelle stehen Ihnen folgende Annahmestellen in Kirchehrenbach, Leutenbach und Weilersbach zu den regulären Öffnungszeiten für die Abgabe Ihres Kartons zur Auswahl:

Sammelstelle Sarawara
Claudia u. Marcus Sarawara, Ringstraße 4a, 91356 Kirchehrenbach, Tel. 09191 7189989
jeweils abends ab 19:00 und nach tel. Vereinbarung

Annahmestelle Kirchehrenbach
Marien Apotheke Kirchehrenbach
, Florian Sarawara, Am Ehrenbach 12, 91356 Kirchehrenbach, Tel. 09191 94244
Mo-Sa 8:30 – 12:30
Mo-Fr 13:30 – 18:30

Annahmestelle Leutenbach
Metzgerei und Gasthof Spindler
, Petra u. Ralf Spindler, Dorfstraße 14, 91359 Leutenbach, Tel. 09199 405
Di – Fr 8:00 – 18:00
Sa 7:30 – 13:00

Annahmestelle Weilersbach
Bäckerei Wirth, Weißenbacher Straße 9, 91365 Weilersbach, Tel. 09191 615978
Mo-Fr 6:30-18:00
Sa 6:30-13:00
So 7:30-10:00

blog-max

Wahnsinn! Der kleine Mann ist 1 Jahr, wo um Himmels Willen ist die Zeit hin?

Richtig realisiert habe ich das erst, als Claudia vor zwei Tagen anfing mit „jetzt vor einem Jahr sind wir ins Krankenhaus gefahren“ und „weißt Du noch, wie wir rüber zum Kreißsaal gelaufen sind?“

Bisher habe ich meine Weihnachtsgrüße immer am späten Abend des 23. Dezembers verfasst und verschickt und nutzte dabei immer die Gelegenheit meinem guten alten Freund Tom zum Noch-Geburtstag zu gratulieren aber ich muss den letzten Ereignissen Rechnung tragen 🙂

Ich kann gar nicht sagen, was sich alles verändert hat, ich glaube, das muss ich auch nicht, jede Mama und jeder Papa weiß genau, wie sich das Leben verändert, was man gewinnt und vermeintlich verliert. Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich / wir etwas von unserem „altem“ Leben vermissen, Maximilian ist auf jeden Fall eine Bereicherung und er hat es uns auch an vielen Stellen sehr leicht gemacht. Naja, Freundschaften sind etwas auf der Strecke geblieben, aber diejenigen, denen es wichtig war, sind immer noch um uns herum.

Die letzten Jahre ist es mir immer sehr schwer gefallen, Hektik und Stress in der Vorweihnachtszeit abzuschütteln und in Weihnachtsstimmung zu kommen, heute weiß ich, dass es an Jedem selbst liegt. Man darf nicht warten, bis es passiert, das wird es nicht – fast nie.
Weihnachtsmärkte besuchen, die großen leuchtenden Augen der Kleinsten zu sehen bei all dem Glitzer und Leuchten, die Gerüche aufzusaugen, das „Baum aussuchen“, dieser typische Nadel-Waldgeruch, die Überzeugung, den schönsten, besten, tollsten Baum gefunden zu haben, die Vorfreude auf’s Schmücken und die Düfte in der heimischen Weihnachtsbäckerei reichen schon alleine aus, in Stimmung zu kommen – wenn Du es zulässt.
Dieses Jahr hat es mir ganz besonders die ruhige instrumentale Weihnachtsmusik angetan. Nicht die Amerikanischen (die natürlich auch sehr schön sind), nein, es sind eher die Deutschen Weihnachtslieder, die ich gesucht habe, vielleicht auch deswegen, weil ich auf die Deutsche Version von „Do they know, it’s Christkugelnchristmas time“ beim ersten Hören Brechreiz bekommen habe….man, man, man, musste das sein, was soll das?

Weihnachten kommt immer jedes Jahr zur gleichen Zeit, wie kann es sein, dass man jedes Mal auf’s Neue überrascht wird und in Hektik gerät – schon mal drüber nachgedacht?
Nachdem wir entschieden haben zumindest untereinander Weihnachten geschenketechnisch eher puristisch zu feiern, ist plötzlich ganz viel Stress weg, entscheidest Du Dich nur bestimmte Weihnachtsfeiern mitzunehmen, kannst Du auch hier deutlich entschleunigen.
Dank einer gewissen Hartnäckigkeit von Barbara B. haben wir dieses Jahr am aktiven Adventskalender des Familienkreises bei uns am Ort teilgenommen, das eigene Fenster zu gestalten und Freunde, Nachbarn und Gemeindemitglieder zu bewirten und einige gemütliche, besinnliche Stunden miteinander zu verbringen und auch den Einladungen anderer Familien zu folgen hat Spaß gemacht. Nächstes Jahr sind wir wieder mit dabei – versprochen. Neben Glühwein, kleinen Snacks und gemeinsamen Singen waren es die kleinen Geschichten, die zum Nachdenken anregten und Jeden anregen sollten.
Die folgenden 3 kleinen Geschichten wurden zwar nicht vorgetragen, aber es sind die 3, die mir aus den letzten Jahren nachhaltig im Kopf geblieben sind:


Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen.  Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.  Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es.
Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: „Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau.  Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können?
„Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm“, meinte er anklagend. „Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben.“Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen“, sagte der ältere Engel.
„Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen.

Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.


Vor einiger Zeit hat ein Mann seine 5 Jahre alte Tochter für das Vergeuden einer Rolle von kostspieligem Goldverpackungspapier bestraft. Geld war knapp und er wurde wütend, als das Kind das ganze Goldpapier verbraucht hatte, um eine Schachtel zu verzieren.
Dennoch brachte das kleine Mädchen am folgenden Morgen die Geschenkschachtel ihrem Vater und sagte: „Das ist für dich, Papa”. Der Vater war verlegen, weil er am Vortag so überreagiert hatte. Er öffnete die Geschenkschachtel und wurde wieder sehr zornig, als er sah, dass diese leer war.
Wütend sagte er zu ihr: „Weißt du nicht junge Dame, dass wenn man jemandem ein Geschenk gibt, auch etwas in der Verpackung sein soll?” Das kleine Mädchen betrachtete ihn mit Tränen in den Augen und sagte: „Papa, sie ist nicht leer, ich hab so viele Küsse hinein gegeben, bis sie ganz voll war.”
Der Vater war ganz zerknirscht. Er fiel auf seine Knie und legte seine Arme um sein kleines Mädchen und bat sie, ihm seinen unnötigen Zorn zu verzeihen.Nur kurze Zeit später starb das kleine Mädchen bei einem Unfall. Nach dem Tod seines kleinen Mädchens behielt der Vater sein ganzes Leben lang die Goldschachtel neben seinem Bett. Immer wenn er durch schwierige Probleme entmutigt wurde, öffnete er seine Goldschachtel und stellte sich vor, einen Kuss von seinem kleinen Mädchen herauszunehmen und erinnerte sich dabei an die Liebe des Kindes, die sie dort hinein gegeben hatte. Jeder von uns hat so eine goldene Schachtel, die gefüllt ist mit unbedingter Liebe und Küssen von unseren Kindern, von Familie und von Freunden. Das ist der kostbarste Besitz den man haben kann.


Aus dem Englischen übersetzt: Post einer Hörerin von 92.9 The Bull:
„Eine kleine Erinnerung an alle Eltern da draußen, bescheiden mit den Geschenken vom Christkind/Weihnachtsmann umzugehen.
Nicht alle Eltern sind wohlhabend und können es sich leisten, Weihnachten für Ihr Kind sehr besonders zu machen.
Es macht keinen Sinn, dass angeblich das Christkind/der Weihnachtsmann dem einen Kind eine Playstation 4, ein Fahrrad und ein iPad bringt und dessen bestem Freund „nur“ eine neue Mütze und Fäustlinge.
Lass das Christkind etwas Einfaches, Kleines aber Besonders schenken und das Teure von Dir/den Eltern.
Du kannst Kindern den Wert von Geld verdeutlichen, aber Du wirst niemals einem unglücklichem Kind erklären können, warum das Christkind / der Weihnachtsmann mit zweierlei Maß misst und es weniger bekommt als sein Freund. Denke daran, dieses Weihnachten und die folgenden….


In diesem Sinne wünschen wir Allen ein frohes geruhsames Weihnachtsfest, etwas Entschleunigung, eine geruhsame Zeit, Zeit mit dem Partner, der Partnerin, der Familie, dem Freund, der Freundin.

Denkt an die guten Zeiten mit Freude,
lernt aus den Schlechten,
lebt im Heute und
heißt das Morgen willkommen.

Claudia, Marcus und Maximilian

 

Der obligatorische Jahresrückblick:

  • Udo Jürgens ist gestorben –  du hast mich mein Leben lang begleitet, legendär die Partys an denen Du gespielt wurdest – die Hütte brannte! Danke!
  • Der 4. Stern – Deutschland ist Weltmeister, kleiner Götze so groß
  • Ebola – so richtig nahm keiner Interesse davon, bis, ja bis es plötzlich in Amerika und Europa war
  • Wo ist Flug MH370? Der Stoff für zukünftige Filme, nichtsdestotrotz eine große Tragödie, das schlimmste für die Angehörigen ist wohl die Ungewissheit.
  • Conchita WER? Wurst! Dieser Mensch ist so…schillernd und steht ein für Diskriminierung jeglicher Art
  • Bye, bye Robin Williams, danke für die Lacher, die Momente des Nachdenkens, für Alles (ein weiteres Mal rufe ich auf den Tisch stehend: „O Captain! My Captain!““
  • Maximilian Schell, ich schätze mit ihm kann nicht jeder etwas anfangen (Steiner – Das eiserne Kreuz, Das schwarze Loch, Stalin, Vampire, Deep Impact, Jeanne d‘ Arc, Die jungen Löwen, na klingelts?)
  • Die letzte Sendung „Wetten Dass….“, so schlecht fand ich Lanz jetzt auch nicht, allerdings glaube ich, hat er sich keinen Gefallen getan, nach dem tragischen Unfall war die Sendung zum Scheitern verdammt. Ich erinnere mich gerne zurück, wie ich mit den Eltern bereits im Schlafanzug auf der Couch bei den Wetten mit gefiebert habe, die jüngere Generation hat dafür nur noch ein müdes Lächeln, da gibt es andere Werte wie Planking und Sexting (Himmel hilf!)
  • IS-Terror und Pegida, beides braucht man nicht!
  • Wenn Zivilcourage tödlich endet – Tugce. Sehr mutig trifft es wohl am Besten, allerdings wurde sie nicht totgeprügelt, sondern stürzte aufgrund eines Schlages sehr unglücklich, das macht es nicht besser und es bleibt unentschuldbar.
  • Brittany nimmt sich mit Würde das Leben, keine Ahnung, warum ich ausgerechnet ihre Geschichte so verfolgt habe, aber es hat mich bewegt und es schwingt nach
  • MH17 – so sinnlos und es bleibt auch noch ungesühnt, quasi ein Kollateralschaden, warum können die nicht Kriege führen, die ihn wollen?
  • Malala Yousafzai – dem Erlebten zum Trotz macht Sie weiter und erhält den Friedensnobelpreis.
  • Johann Westhauser und die Riesending-Schachhöhle in Berchtesgaden – Was für ein immenser Aufwand für die Rettung eines Menschen – nicht, dass er es nicht wert wäre, aber was für ein immenser Aufwand.

BabyweihnachtDieses Jahr ist alles anders! Auch wenn der kleine Mann erst vor zwei Tagen auf die Welt gekommen ist, hat er das Leben von Claudia und mir dieses Jahr schon nachhaltig beeinflusst. Es beginnt schlagartig eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Ich hätte mir niemals vorstellen können, was dieser kleine Satz („Schatz, ich bin schwanger!) in mir auslöst. Der Spruch

„Die Entscheidung, ein Kind haben zu wollen ist folgenschwer.
Du entscheidest für immer darüber, dass dein Herz außerhalb deines Körpers herumläuft“  (Elisabeth Stone)

trifft es zu 100%. Ich hoffe, dass einige uns sehr wichtige Menschen, die heute leider nicht mehr unter uns sind, die Möglichkeit haben, den Knirps „von oben zu sehen“.

Schatz, Du hast mir damit das wahrscheinlich schönste und wertvollste Weihnachtsgeschenk gemacht, Danke dafür. Ich liebe Dich!

An der Stelle auch mal ein Danke an die Mütter und Väter, die uns groß gezogen haben.

„Wir wissen nichts über die Liebe unserer Eltern für uns, bis wir selbst Eltern geworden sind.“ (Henry Ward Beecher)

 

Ich denke, wir haben die Weihnachtszeit und auch das vergangen Jahr intensiv erlebt, selbst Weihnachtsmarkt und Plätzchenbacken war noch drin, wenn auch für Claudia ohne Alkohol.
Unser Häuschen ist bald einzugsfertig und in den letzten Wochen, nachdem jetzt Farbe, Fliesen, Böden eingebracht worden sind, die Haustür eingebaut ist und die Heizung läuft wird es langsam greifbar und wir freuen uns rießig, in die eigenen 4 Wände einzuziehen. Selbst unser Küchenkrimi ging am Ende gut aus. (Ich mach es selten, aber an der Stelle muss ich einfach: Danke Höffner, dass Du mich hast hängen lassen und Danke Küchen Marquardt, dass ihr so kompetente und nette Mitarbeiter habt und auch noch einen Hammer-Preis abgegeben habt – so, jetzt geht’s mir besser).

Die kommende Zeit wird aufregend und anstrengend und wir freuen uns, den kleinen Mann kennenzulernen, ihm die Möglichkeit zu geben, seine Mama und seinen Papa kennenzulernen. Ich freue mich auf die entzückten Gesichter von Geschwistern, Omas, Opas, Tanten, Onkeln, Nichten, Neffen und natürlich seinen beiden Paten.
Weihnachten und Sylvester zu dritt! Dieses Jahr wird er es wahrscheinlich noch verschlafen, aber nächstes Jahr bin ich gespannt, was er zu Weihnachtsbaum, Weihnachtspyramide und Feuerwerk sagen wird.

Wir wünschen Euch Allen ein gesegnetes, fröhliches, entspanntes, tolles Weihnachtsfest und all diejenigen, die wir in diesem Jahr nicht mehr happy-new-yearhören oder sehen sollten wünschen Claudia und Ich einen Guten Rutsch ins Neue Jahr. Bleibt gesund!

 

 

Denkt an die guten Zeiten mit Freude,
lernt aus den Schlechten,
lebt im Heute und
heißt das Morgen willkommen.

 

 

Ach ja, mein obligatorischer Jahresrückblick. Was ist bei mir aus 2013 hängengeblieben?

  • Ein Krümelmonster klaut einen Goldkeks. Sicherlich nicht OK, trotzdem irgendwie lustig und ein paar Kinder hatten auch noch was davon.
  • Dank Brüderle wird das Verhalten von Männern gegenüber Frauen intensiv diskutiert.
  • Ein Papst tritt zurück. Irgendwie habe ich Respekt davor, egal aus welchen Gründen er es getan hat.
  • Lasagne mit Pferdefleisch – ein weiterer Grund, selbst zu kochen und das Fleisch und das Gemüse sorgfältig auszuwählen.
  • Ein Meteorit schlägt in Russland ein.
  • Wir haben einen neuen Papst, irgendwie gefällt er mir, wenn er so in der U-Bahn sitzt.
  • Das Attentat beim Boston Marathon – so sinnlos
  • Die Steueraffäre um Uli Hoeneß, es war falsch, war er getan hat, aber dieses Verfahren öffentlich zu machen, war auch nicht richtig.
  • Die Niederlande haben einen neuen König
  • Der NSU-Prozess beginnt im Mai. Was tun sich da nur wieder für Abgründe auf. Fremdschämen für die Vergabe von Plätzen und für diese sinnlosen, rassistischen Taten. Wann lernen diese dummen Menschen endlich dazu?
  • Edward Snowden enthüllt den NSA-Abhörskandal. Irgendwie empörend, aber irgendwie hält sich die Empörung doch auch im Volk in Grenzen, wussten wir es nicht insgeheim und wie viel Aufgabe der Privatsphäre ist und eigentlich Sicherheit wert?
  • Wieder eine Jahrhundertflut und trotzdem gibt es Kommunen mit Millionenschaden, die jetzt jammern, obwohl Sie vor wenigen Jahren die notwendigen Maßnahmen um so etwas zu verhindern per Bürgerentscheid verhinderten – mal im Ernst, was soll das?
  • Die Ausschreitungen in Istanbul und wenige Wochen später das Chaos in Ägypten, man merkt deutlich, diese Länder haben sich noch nicht gefunden, ich würde es mir wünschen, denn es sind tolle Kulturen und die Menschen, die wir kennenlernen durften waren durch die Bank nett.
  • Das Royal Baby ist da. Gott sind die drei natürlich und volksnah. Auf den König freu ich mich!
  • Syrien und kein Ende – jetzt auch noch Giftgas – muss das sein, warum können sich nicht die, die die Meinungsverschiedenheit haben kloppen, warum muss es immer auf der Bevölkerung ausgetragen werden?
  • Gott sei Dank, ich habe wieder Hoffnung für Italien. Berlusconi ist im politischen Abseits. Diese Land braucht dringend Erneuerung, Regeln und eine Zukunft.
  • Das Flüchtlingsdrama vor Lampedusa. Klar muss den Menschen geholfen werden, aber andauernd Aufnehmen kann keine Lösung sein, das Problem liegt in den Ländern, dort muss endlich was getan werden.
  • Pfui Teufel, nicht genug, dass das Thema Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche seit Jahrzehnten ein Thema ist, jetzt werden auch noch für einen Enzigen Millionen zum Fenster rausgeworfen. Franz-Peter Tebartz-van Elst Du bist für die Kirche absolut unbrauchbar, such Dir mal nen Job und verdien Dein Geld, um es so zum Fenster rauszuwerfen.
  • Ein Teil des Nazischatzes taucht auf und wieder werden wir ungewollt an dieses dunkle Stück Vergangenheit erinnert.
  • Der Taifun Haiyan fegt über die Philippinen. Wenn Du dort Menschen kennst, wird es plötzlich persönlich, die meisten Anderen kümmert es nicht, ist ja nicht bei Ihnen.
  • Nelson Mandela ist tot – viele wissen vielleicht gar nicht mehr, bzw. überhaupt nicht, was dieser großartige Mann mit einem so tollem Lachen erdulden musste und bewirkt hat. Warum ich das Lachen so betone? Es ist ein absolutes Rätsel für mich, wie ein Mensch, der so lange Unrecht und Leid erdulden musste, so lachen kann. Danke Madiba Tata!

Willst Du ein Schiff bauen, so rufe nicht die Menschen zusammen, um Pläne zu machen, Arbeit zu verteilen, Werkzeug zu holen und Holz zu schlagen, sondern lehre Sie, die Sehnsucht nach dem endlosen Meer.

(Saint-Exupéry)

SnowmanMittlerweile mit einer gewissen Tradition, senden Claudia und ich Euch pünktlich zum Weihnachtsmorgen liebe Weihnachtsgrüße. Einer liebgewonnenen Marotte folgend rufe ich meinem alten Studienkollegen ein herzliches „Happy Birthday zum Noch – Geburtstag“ entgegen.

Wie die Jahre zuvor nehmen wir diesen Weihnachtsgruß immer gerne zum Anlass, an bestimmte Ereignisse zu erinnern. Weltbewegend, herzbewegend, erschütternd, spektakulär sind wohl die Attribute dieses Jahres.

  • Anfang des Jahres lief die Concordia auf ein Riff, Menschen sterben, der Kapitän verlässt als einer der Ersten das Schiff.
  • Wulff geht, Gott sei Dank, mehr Schaden hätte man dem Amt nicht zufügen können.
  • Magdalena Neuner geht und Gauck kommt. Das Eine ist Sport, das Andere Politik, gemeinsam haben beide letztlich das unbefleckte Image. Ersteres haben wir bedauert, Zweiteres war eine wirklich gute Entscheidung. Gauck tut Deutschland gut!
  • Der Massenmörder von Utøya steht vor Gericht, wir trauern mit den Angehörigen,  die niemals wieder Ihre Lieben in den Arm nehmen können, niemand sollte diesen Namen jemals mehr in den Mund nehmen.
  • Unsere deutsche Mannschaft verliert 1:2 gegen Italien, irgendwie hatten wir uns alle mehr erhofft.
  • Ich hätte gerne noch mehr deutschen Fußball gesehen, ich hätte aber auch gerne gar kein Abschlachten der Hunde in der Ukraine gesehen. Was für – mit Verlaub – Arschlöcher gibt es eigentlich auf dieser Welt.
  • Die Menschheit findet das Gottesteilchen, wird jetzt „Illuminati“ Realität?
  • Whitney Houston stirbt und mit Ihr eine unvergessliche Stimme. Zeitgleich ist dies aber auch eine Mahnung, was Alkohol und Drogen mit einem Menschen anrichten können.
  • Curiosity landet auf dem Mars und nimmt seine Arbeit auf. Beeindruckende Bilder zeigen uns die Schönheit dieses unbekannten Riesens.
  • Eine Punkband namens Pussy Riot wird verhaftet und zur Strafarbeit im Lager verurteilt, weil sie es wagen, Kritik am Regime und Kritik an Putin zu üben.
  • Die letzte Reise der Endeavour. Bewegend, zuzusehen, wie dieses alte Raumschiff durch die Straßen Amerikas manövriert wird.
  • Armstrong verliert alle Titel und wird als Doper gebrandmarkt, Sport hat mittlerweile auch nichts mehr mit Sport zu tun.
  • Der Sozialdemokrat Steinbrück kassiert und das offensichtlich nicht schlecht. Hat so’n bisschen was von Doppelmoral, ich würde mich wohler fühlen, wenn sich unsere Politiker ausschließlich um Politik kümmern würden, vielleicht krankt ja auch deswegen bei uns Einiges, denn Steinbrück ist nur die Spitze des Geldberges, äh Eisberges.
  • Obama‘s zweiter Sieg. Amerika hat weise gewählt. Vettel macht’s zum 3. Mal, ein Dreher, ein kaputtes Auto und trotzdem noch den Sieg eingefahren. Glückwunsch!
  • Der Wahnsinnssprung von Baumgartner. 36 Kilometer in die Tiefe, atemberaubend, nervenaufreibend. Mehr beeindruckt hat mich, dass Joseph Kittinger am 16. August 1960 aus einer Höhe von 31.333 Metern vier Weltrekorde aufstellte – vor 52 Jahren, da gab’s noch kein HighTech, das macht es doch irgendwie großartiger, oder?
  • Der Amoklauf in Newtown. Wie bereits weiter oben möchten wir auf die Nennung des Mörders verzichten. Man sollte die Namen der Opfer wiederholen, nicht den des Mörders: Charlotte Bacon (6), Daniel Barden (7), Rachel Davino (29), Olivia Engel (6),  Josephine Gay (7), Ana Marquez-Greene (6), Dylan Hockley (6), Dawn Hochsprung (47), Madeleine Hsu (6), Catherine Hubbard (6), Chase Kowalski (7), Jesse Lewis (6), James Mattioli (6), Grace McDonnell (7), Anne Marie Murphy (52), Emilie Parker (6), Jack Pinto (6), Noah Pozner (6), Caroline Previdi (6), Jessica Rekos (6), Avielle Richman (6), Lauren Rousseau (30), Mary Sherlach (56), Victoria Soto (27), Benjamin Wheeler (6), Allison Wyatt (6).

Die letzte Nachricht wird wohl das Weihnachtsfest von vielen Familien überschatten. Daher wünschen wir uns mehr Frieden auf Erden, weniger Wahnsinnige, mehr ehrliche Politiker, wieder erstrebenswertere Werte. Vermutlich dürfen wir nicht darauf warten, bis Andere damit anfangen. Wenn nicht jeder von sich aus beginnt, fängt keiner an.

Für Claudia und mich war es ein gutes Jahr. Wir haben neue Urlaubsbekanntschaften geschlossen (zwinker), konnten tollen Eindrücke in Paris, Lanzarote und Italien sammeln.

Ich habe mit meinen Bruder eine Reise in die Vergangenheit gemacht und es hat gut getan. Auch deswegen, weil früher nicht alles besser war, sondern Anders. Mit dem Älterwerden verschieben sich auch Größen und Dimensionen. Aber auch 20 Jahre später fehlt sie mir noch immer und unendlich. Wir haben entfernte Freunde wiedergetroffen und einen ersten Geburtstag gefeiert. Nächstes Jahr gehen wir unter die Bauherren und können hoffentlich mit unseren Lieben das nächste Weihnachtsfest im eigenen Heim feiern.Happy New Year

In diesem Sinne wünschen wir Euch ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben. Geniest die Zeit, die Ihr miteinander habt, prostet Euch zu und wünscht Euch ein langes Leben, denn es gibt so viel zu erleben in dieser Welt! Seid neugierig und hungrig auf die kommende Zeit.

 

Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!

Claudia und Marcus

Pünktlich und fast schon mit einer gewissen Tradition senden zum Weihnachtsmorgen Claudia und ich Euch liebe Weihnachtsgrüße.
Einer liebgewonnenen Marotte folgend wünsche ich meinem alten Studienfreund Tom alles Gute zum Noch – Geburtstag, hoffe, Du hast schön gefeiert?!

Claudia und ich nehmen diesen Weihnachtsgruß immer gerne zum Anlass, das Jahr nochmal Revue passieren zu lassen und zu kommentieren.
Dieses Jahr ist das Jahr, in dem in unserem Freundeskreis zwei neue Erdenbürger geboren wurden. Liebe Nelly, liebe Mia, herzlich Willkommen in unserer Mitte!

Wir durften Freunde aus Düsseldorf, München und Nürnberg bei uns als Gäste willkommen heißen, selbst Besuch aus Mexiko hat – wenn auch nur kurz (kein Vorwurf!) zu uns gefunden. Dafür Danke!
Freundschaften sind entstanden, haben sich verändert, sind gewachsen und haben sich gefestigt und gestärkt, sind stagniert oder haben sich wegen Unstimmigkeiten oder zu offener Worte in einen undefinierten Zustand verändert – Leider!

Dieses Jahr ist uns besonders der Weihnachtskommerz ins Auge gefallen, manchmal vergessen wir wohl den Sinn und die Bedeutung von Weihnachten. Wir zermartern uns lieber den Kopf, WAS wir WEM schenken könnten / müssten, ist es angemessen, zu billig, zu teuer, reichen zwei Geschenke, oder brauche ich Drei, usw.
Das Wesentliche wird dabei gerne vergessen, Zeit! Zeit mit seinen Lieben zu verbringen. Es ist wohl das Kostbarste was wir haben und wir gehen so sinnlos und verschwenderisch damit um.

Wir könnten uns dieses Jahr auslassen über Kernenergie in Nachbarländern, dem Atomausstieg in Deutschland und den Super Gau in Japan, über Klimakonferenzen ohne brauchbare Ergebnisse, Insolvenzen von Firmen, die alternative Energien nutzen wollten, usw., aber ich habe vor einigen Wochen durch Zufall ein Lied gehört, welches ich Euch zumindest vom Text her nicht vorenthalten will. In diesen Zeilen steckt so viel Wahrheit und ich würde mir wünschen, dass manche Zeilen wirklich wahr werden würden!
Für all diejenigen, die’s auch gerne hören möchten, hier ein Link zu YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=AF6SmR41W0o

Ich glaube, dass der Acker, den wir pflügen nur eine kleine Weile uns gehört. Ich glaube nicht mehr an die alten Lügen, er wär‘ auch nur ein Menschenleben wert.
Ich glaube, dass den Hungernden zu speisen, Ihm besser dient als noch so kluger Rat. Ich glaube, Mensch sein und es auch beweisen, das ist viel nützlicher als jede Heldentat!
Ich glaube, dass man die erst fragen müsste, mit deren Blut und Geld man Kriege führt. Ich glaube, dass man nichts vom Krieg mehr wüsste, wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt.
Ich glaube, dass die Haut und ihre Farben den Wert nicht eines Menschen je bestimmt. Ich glaube, niemand brauchte mehr zu darben, wenn auch der geben würd‘, der heut‘ nur nimmt!
Ich glaube, diese Welt müsste groß genug, weit genug, reich genug für uns alle sein!
Ich glaube, dieses Leben ist schön genug, bunt genug, Grund genug, sich daran zu erfreu’n!
(Udo Jürgens und Xavier Naidoo, 2000)

In diesem Sinne wünschen wir Euch ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben. Geniest die Zeit, die Ihr miteinander habt, prostet Euch zu und wünscht Euch ein langes Leben, denn es gibt so viel zu erleben in dieser Welt!

Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!
Claudia und Marcus Sarawara

… oder “Der Besuch bei unserer Urlaubsbekanntschaft”

Man möge es mir verzeihen, wenn ich mir die Wortphrase aus “Briefe an Julia” entleihe und schreibe “was, wenn?” Was wäre gewesen, wenn meine Frau und ich letztes Jahr nicht nach Fuerteventura in Urlaub geflogen wären und Barbara und Stefan sich Ihr Hotel für Ihre Flitterwochen nicht danach ausgesucht hätten, wie ihr vierbeiniges Haustier heißt?

Eins ist klar, vermutlich hätten wir uns niemals in unserem Leben getroffen.

WAS wäre, WENN wir dies oder jenes anders gemacht hätten. Manchmal sind es unsere Entscheidungen, die uns in andere Lebensbahnen führen, manchmal sind es die Entscheidungen, die für uns getroffen werden. Man weiß nie, wohin eine Entscheidung uns bringt.

Jedenfalls bin ich für dieses Schicksalsbegegnung unendlich dankbar und hoffe, daß diese Freundschaft die Entfernung und die Zeit lange Zeit überstehen wird. Dies funktioniert aber nur, wenn man sich mit Freundschaften auch auseinandersetzt und pflegt. Wir werden jedenfalls alles dafür tun, daß diese Freundschaft lange Zeit Bestand haben wird.

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